Montag, 23. Februar 2009 um 11:15

Übergriff auf Asiatin am Treffpunkt des rechtsextremistischen Aufmarschs in Dresden – Polizei handelte nicht

(RAA Sachsen) Inzwischen wurde ein weiterer Übergriff von Teilnehmer der rechtsextremen Demonstration auf eine Asiatin bekannt.

So griffen mehrere Nazis eine asiatische Frau und ihre Tochter in einem Geschäft im Dresdner Hauptbahnhof an. Nach Aussagen der Betroffenen geschah folgendes:

„Sie drückten uns gegen die Wand, nannten uns „hässliche Affen“ und sagten, dass wir nicht nach Deutschland gehören und von hier verschwinden sollen.“

Obwohl sich die Frau noch vor Ort an zwei Polizisten wandte und ihnen die Täter zeigt, handelte die Polizei nicht. Weder erfolgte eine Ansprache der Täter noch eine Personalienfeststellung bzw. Ingewahrsamnahme. Die Frau berichtete, dass „die Polizei in Dresden nichts tat, um rassistische Übergriffe zu stoppen.“


Dazu Kati Lang von der Opferberatung Dresden: „Es kann nicht sein, dass die Polizei bei rassistischen Übergriffen den Betroffenen die Hilfestellung verweigert. Die Polizei wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob sie erkannt hat, dass von den Rechtsextremisten eine Gefährdung des friedlichen Zusammenlebens aller Menschen in Deutschland ausgeht.“


Desweiteren berichtete ein Betroffener des Naziangriffs im Regionalexpress Richtung Leipzig, dass er es nicht verstehe, wieso die Polizei die Abreise der Rechtsextremen nicht abgesichert habe. So hatte ihnen die Polizei zunächst nahegelegt einen früheren Zug nicht zu nehmen, da dieser von Rechtsextremen belegt sei. In den nächsten Regionalexpress hatte man sie aber ohne Vorwarnung einsteigen lassen.


Inzwischen sind der Opferberatung für Betroffene rechtsextremer Gewalt des RAA Sachsen e.V. fünf Übergriffe am 14. Februar durch Nazis bekannt.


1) Angriff auf Gewerkschafter auf einem Rastplatz in der Nähe von Chemnitz mit leichten Verletzungen auf der Hinreise nach Dresden

2) Angriff auf Journalisten am Hauptbahnhof, wodurch Fototechnik beschädigt wurde

3) rassistischer Übergriff auf eine asiatische Frau im Dresdner Hauptbahnhof

4) Angriff auf eine Reisegruppe von Gewerkschaftern auf der Raststätte „Teufelstal“ mit einem schwer Verletzten

5) Angriff auf eine Gruppe Jugendlicher im Regionalexpress Richtung Leipzig


Aus den Erfahrungen der letzten Jahren, gehen wir davon aus, dass weitere Übergriffe gemeldet werden. Die Opferberatung des RAA Sachsen e.V. berät Betroffene rechtsextremer Gewalt in Sachsen.

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